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Ehemaliges Kindler-Mausoleum in Pabianice neu geweiht

 

Nach erfolgter Grundsanierung ist am Freitag, dem 8. Oktober 2021 in einer Feierstunde das Mausoleum von Bischof Jerzy Samiec, Bischof der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen, und dem Bischof der Diözese Warschau Jan Cieślar neu eingeweiht und für die Nutzung freigegeben worden. Es soll allen Bürgern von Pabianice dienen, unabhängig von ihrer Religions-zugehörigkeit.

 

            Anwesend waren u. a. hochrangige Vertreter der römisch-katholischen Kirche, der Stadt und der Wojewodschaft Pabianice und Vertreter der Vereine.

 

            Als geladene Gäste wurden auch Grażyna und Andrzej Furman und die Familie Jantoni willkommen geheißen, die zur Finanzierung der Restaurierung des historischen Gebäudes erheblich beigetragen haben.

 

            Für den musikalischen Rahmen sorgten Magdalena Hudzieczek-Cieślar (Sopran), Agata Piotrowska-Bartoszek (Oboe) und Tomasz Bartoszek (Klavier).

 

 

          Das Mausoleum soll als Kapelle für Gottesdienste und Andachten, zugleich aber auch für vielfältige kulturelle Veranstaltungen in Pabianice dienen.

 

            Bereits am Sonnabend, dem 9. Oktober gab das EMPIRIA TRIO um 17:00 Uhr ein erstes Konzert – und am Sonntag wurde der Gottesdienst zum Erntedankfest in der Kapelle gefeiert.

 

Quelle (poln.):

https://www.zyciepabianic.pl/informacje/pabianice/remont-zakonczony-mauzoleum-kindlerow-otwarte-dla-pabianiczan.html

 


 

 

Monatsspruch Oktober 2021

 

Lasst uns aufeinander achthaben und einander anspornen zur Liebe und zu guten Werken. (Hebräer 10, 24)

 

Verabschiedung an der Kirchentür. Ein gutes Wort mit auf den Weg. Trost für Trauernde. Ein freundliches Lächeln mit den Konfirmandinnen und Konfirmanden.


Aber auch ein „Dankeschön“ für Gottesdienst und Predigt.


An eines dieser Kurzgespräche erinnere ich mich bis heute: „Glauben Sie wirklich, was Sie in der Predigt gesagt haben? – Naja, Sie sind ja Pastor!“


Ich hatte über einen Text des Neuen Testaments gepredigt, der von der Liebe Gottes spricht. Eine Liebe, die Urbild unserer Liebe ist, und unser Leben als Christinnen und Christen prägen will.

 

Das war im Herbst 2015.


Als Notfallseelsorger war ich viele Wochen im „Camp Lessien“. Frauen, Männer und Kinder vor allem aus Syrien und Afghanistan, aus dem Jemen und Nordafrika. Auf der Flucht vor Krieg und Verfolgung.


„Ferne Nächste“ waren mir plötzlich ganz nahe. Auch ihre Schicksale, Verletzungen, Ängste.   Ich konnte mich ihnen nicht entziehen, verweigern.


Die Worte Jesu von der Liebe Gottes gelten allen Menschen.


„Glauben Sie wirklich, was Sie in der Predigt gesagt haben?“ – „Ja, das tu ich, ganz gewiss!“


Ich bin in einem lutherischen Pfarrhaus aufgewachsen. In ihrer Erziehung und mit ihrem Beispiel haben meine Eltern mich und sicher auch meine Geschwister geprägt. Gerade uns als „Pastorenkinder“.


Unser Umgang mit dem „täglichen Brot“: „Tu dir nicht mehr auf den Teller, als du zum Sattwerden brauchst – und werfe nichts weg. Denkt an die, die nicht genug zum Essen haben und hungern.“


Die offene Tür für die „Brüder von der Landstraße“, die um Essen und Trinken baten und nicht abgewiesen wurden.

Der Verzicht auf Feuerwerk und Knaller an Silvester: „Brot statt Böller“.


Nicht erst an sich selbst denken – sondern auch an den nahen und fernen Nächsten.


Vieles habe ich übernommen und manches ist bis heute so geblieben.


Die „goldene Regel“ und das „Doppelgebot der Liebe“ (Matthäus 7, 12 und 22, 37-40) geben mir Orientierung für mein Denken und mein Tun; auch und gerade für mein pastorales Handeln und Reden.


Meine Predigt von der Liebe Gottes zu uns Menschen. Eine Liebe, die uns annimmt, so wie wir sind. Trotz allem. Denn „nichts kann uns scheiden von der Liebe Gottes!“ (Römer 8, 39)


Heute blicke ich zurück auf die letzten Monate und Wochen. Auf die Pandemie, die unser Leben verändert hat. Ich las, dass in der Pandemie das ehrenamtliche Engagement gewachsen ist: einkaufen für Menschen, die ihre Wohnung nicht verlassen können. Kinder im homeschooling unterstützen. Seniorinnen und Senioren als „Impfpaten“ zum Impfzentrum fahren.


Ich blicke zurück auf die Überschwemmungskatastrophe in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz. Zerstörte Häuser und verwüstete Orte. Tote und Verwundete. Wir trauern um die Toten, fühlen mit den Angehörigen. Viele Menschen halfen und helfen. In Spendengalas des Fernsehen und in den Gottessdiensten wurde gespendet.

 

Ich blicke nach Afghanistan. Menschen, die aus Furcht vor den Taliban oder Terror das Land verlassen wollen. Ich sehe die große Zahl der über die Luftbrücke geretteten Menschen, aber auch derer, die vergebens warten.


In Deutschland haben sich Städte und Gemeinden bereit erklärt, ehemalige afghanische „Ortskräfte“ und deren Familien aufzunehmen und ihnen eine sichere Heimat zu bieten.


Hilfe tut not.


Ich höre die Worte des Monatsspruchs für den Oktober: „Lasst uns aufeinander achthaben und einander anspornen zur Liebe und zu guten Werken!“


Liebe und Gute Werke sind heute genauso Not wendend wie vor 2.000 Jahren – tun wir sie!

 

Ihr

 

Pastor i. R. Andreas Salefsky

                                                          

(Quelle: WEG und ZIEL, Ausgabe Oktober/November 2021)                                                                             


 

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